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Das Josefinische Erlustigungskomitee

Seit Anfang 2008 kämpft das sogenannte Josefinische Erlustigungskomitee mit Hilfe vieler Anrainer_innen und anderen Bürgerinitiativen auf ebenso vielseitige wie auch ungewöhnliche Weise um den Fortbestand des öffentlichen und denkmalgeschützten Barockpark-Ensembles Augarten und gegen den Bau einer privaten Konzerthalle für die Wiener Sängerknaben am Augartenspitz.

Das Josefinische Erlustigungskomitee wird im Frühling des Jahres 2008 von besorgten Menschen rund um die Künstlerin und Restauratorin Raja Schwahn-Reichmann ins Leben gerufen. Das deklarierte Ziel ist, barock-bacchantische Mahnwache über den Augarten zu halten, namentlich über das berühmte «Augartenspitzerl, auf dass es dem Volke zur Erlustigung nicht verlustig gehe».

Die Hungerlohnpartei

Social Media und Gewerkschaftsarbeit haben sich gegenseitig viel zu bieten. In vielerlei Hinsicht. Die «Vereinigte Diensleistungsgewerkschaft» (ver.di) in Deutschland hat verhältnismäßig früh und vielversprechend begonnen, mit Social Media zu arbeiten. Sie hat Experimentierfreudigkeit gezeigt im Einsatz des als WatchBlog konzipierten «Schwarzbuch Weblog» zu den Praktiken beim Handelskonzern Lidl, bei pfiffig subversiven Flashmobs oder auch bei der Aktion «Hungerlohnpartei». Diese guten, weil kreativen, engagierten und wirkungsvollen Ansätze haben sich jedoch etwas verlaufen angesichts einer noch fehlenden Strategie bei der Pflege des Umganges in und mit dem Netz. Das Motto scheint vorsichtig zu lauten, «Viele üben sich konsequent im Umgang mit Social Media. Wir zögern noch!»

UG02-Novelle Diskussionsarchiv

Ein Blog, das sich ursprünglich an die Belegschaftsvertretungen in den österreichischen Universitäten richtet, wird in Zeiten permanenter Hochschulreformen zur Top-Informationsquelle für alle, die sich mit Universitätspolitik und Mitbestimmung beschäftigen. Wie so etwas funktionieren kann, soll im weiteren exemplarisch erläutert werden. Die Hauptrolle dabei spielt das «UG2002-Novelle, Diskussionsarchiv» oder kurz UG02-Blog, dessen Gründer und treibende Kraft, Betriebsrat Karl Heimberger, zum Zeitpunkt des Starts des UG02-Blogs bereits das «MedUni Wien-Blog» betreibt. Dieses “Betriebsratsblog der Medizinischen Universität Wien” geht so wie das UG02-Blog weit darüber hinaus, nur ein Informationsportal für die Arbeitnehmer_innen einer Belegschaft zu sein und bietet Einblicke in Themen und Felder von gesamtgesellschaftlichem Interesse. Es wird eine Nebenrolle in diesem Bericht spielen.

#unibrennt und die Pressearbeit 2.0

Oktober 2009: Das Audimax der Universität Wien wird von Studierenden besetzt. #unibrennt, eine neue soziale Bewegung, ist geboren und dominiert mit Attributen wie «beispielloser Einsatz von Social Media» und «digitale Revolution» die Medien. Im September wird #unibrennt mit dem Prix Ars Electronica 2010 in der Kategorie “Digital Communities” ausgezeichnet. Die #unibrennt-Aktivist_innen setzen in ihrem Protest auf eine beispiellose Kombination aus modernen Kommunikationstechnologien und klassischer Medienarbeit.

Um auf das große Medieninteresse ab dem ersten Tag der Besetzung reagieren zu können, organisierten die Aktivist_innen eine Presseabteilung. Diese betreute nicht nur die Medienvertreter_innen vor Ort, sondern auch alle anderen Kommunikationskanäle: Social Networks, Website, E-Mail Account und Pressehandy. Web 2.0-Tools wurden sowohl für die interne als auch die externe Kommunikation genutzt.

Fallbeispiele

In diesem Kapitel findest du Berichte zivilgesellschaftlicher Auseinandersetzungen und politischer Arbeit. Die Bandbreite reicht von spontanen, lokalen Initiativen über Protestbewegungen bis hin zu etablierten, großen Institutionen auf neuen Wegen. Die ersten vier Erzählungen berichten von spontanen Protesten, von der irgendwann dringend werdenden Notwendigkeit, sich zu wehren und Widerstand zu organisieren: 1 Das Annalist-Blog, 2 eine […]